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Akula 941

Anmeldedatum: 29.07.2007 Beiträge: 118

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Verfasst am: 09.10.2007, 16:46 Titel: |
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Zur gleichen Zeit, Artem AB
Zwei Triebwerke mit Cockpit – ja, so ließen sich MiG-31B und MiG-31BM in der Tat am besten beschreiben. Unübersehbar riesig, von Eleganz und Wendigkeit keine Spur, extrem teuer und dabei nicht einmal Stealth, was allerdings wenig ausmachte weil einerseits jeder gehörigen Respekt vor diesem Monster hatte, andererseits weil sie jedes (wirklich jedes) feindliche Flugobjekt auf maximale Entfernung runterholte und bei Bedarf auch noch so schnell war, dass kein Gegner die Verfolgung aufnehmen konnte.
Alle 35 Maschinen des 174. Garde-IAP aus Montshegorsk waren mittlerweile eingetroffen. An der linken Seite der Rollbahn standen 21 Abfangjäger MiG-31B und die MiG-31BM des 530. IAP, die bereits voll bewaffnet und einsatzbereit waren. Sie trugen unter dem Rumpf vier Langstrecken-Luft-Luft-Raketen R-33S mit einer Reichweite von 160 Kilometer und unter den Flügeln vier Luftkampfraketen R-73M2 zur Selbstverteidigung, die per Helmvisier ins Ziel gesteuert wurden. Sie würden den feindlichen Luftraum über Nordkorea aus großer Höhe säubern, während ihnen auf mittlerer Höhe die Mehrzweckjäger MiG-31BM folgten. Auch nachts herrschte reges Treiben auf dem Stützpunkt.
Die Mehrzweckjäger MiG-31BM standen auf der rechten Seite der Rollbahn aufgereiht und wurden vom Bodenpersonal überprüft und schließlich bewaffnet. Alle Maschinen wurden mit jeweils sechs Antiradarraketen Kh-31PK ausgerüstet, welche unter dem Rumpf angebracht wurden und eine Reichweite von 110 Kilometer aufwiesen. Unter den Flügeln führte jede MiG-31BM vier Mittelstrecken-Luft-Luft-Raketen R-77M mit einer Reichweite von 170 Kilometer mit. So ausgerüstet würden die Maschinen die Flugabwehr Nordkoreas ausschalten und den Weg für die Jagd- und Frontbomber ebnen. Die WWS setzte die MiG-31BM am liebsten in dieser Rolle als Abwehrunterdrücker ein, sie konnte jedoch auch als schneller Jagdbomber oder Schiffskiller eingesetzt werden. In großen Höhen erreichten die Maschinen bis zu Mach 2,83 – also 3 000 Stundenkilometer.
Die Einsatzbesprechung für die erste Phase der Operation Uragan fand im Hangar statt. Dort stand ein LCD-Bildschirm mit fast drei Metern Bildschirmdiagonale auf dem eine 3D-Computerkarte der koreanischen Halbinsel zu sehen war. Der Generalstabschef des Militärdistrikts Fernost, die Kommandanten des 174. und 530. IAP, mehrere Experten der militärischen Aufklärung GRU und einige Berater von RAC MiG waren anwesend, um den 56 Piloten und ebensovielen Waffensystemoffizieren einen Überblick über die Luftstreitkräfte und Luftverteidigung Nordkoreas sowie deren Flugzeuge und Flugabwehrsysteme zu geben. Der Generalstabschef, General-polkownik Grigorij Soshkin, trat ein und die Flugzeugbesatzungen nahmen Haltung an.
„Setzen Sie sich bitte. Ich will gleich zur Sache kommen. Wie Sie alle wissen, bereiten wir gegenwärtig einen Angriff auf die Koreanische Demokratische Volkrepublik vor. Die Umstände über das Wieso sind ihnen schon bekannt. Wir wissen nicht, ob es sich bei dem Angriff auf Wladiwostok um eine geplante Attacke handelte, oder ob irgendeiner der Offiziere von Nordkoreas Raketenstreitkräften durchgedreht ist. Die mit anwesenden Leute von der GRU und die Berater, die uns RAC MiG freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat werden ihnen nun einen Überblick über das geben, was sie über Nordkorea erwarten könnte. Nun, Major Rishkow, Sie haben das Wort.“ Soshkin setzte sich auf einen Stuhl in der Ecke.
Major Rishkow, der Chef der Nordkorea-Abteilung der GRU blieb sitzen, rief aber verschiedene Fotos auf dem LCD-Schirm auf.
„Unserer Schätzung zufolge verfügt Nordkorea gegenwärtig über etwa sechshundertfünfzig Kampfflugzeuge, mit deren Einsatzbereitschaft es allerdings nicht zum Besten steht und die darüber hinaus größtenteils veraltet sind. Wir haben bei den letzten Ermittlungen vor zwei Monaten zweiunddreißig MiG-29 gezählt, darunter etwa zehn der Serie 9.13. Desweiteren wären da dreiundvierzig MiG-23ML, etwa hundertsechzig MiG-21PF und PFM, dreißig MiG-21bis, etwa hundertdreißig F-7, und rund hundertzehn MiG-19 oder deren chinesisches Derivat F-6. Außerdem gibt es rund fünfzig Frontbomber Il-28 und H-5, dreißig Jagdbomber Su-7BMK und fünfunddreißig Schlachtflugzeuge Su-25K. Wir gehen davon aus, dass etwa nur dreißig Prozent der Maschinen überhaupt flugfähig sind und bestenfalls zehn Prozent sind wirklich einsatzbereit.
Die Flugabwehr Luftverteidigung ist größtenteils veraltet. Die Komplexe reichen von stationären S-75 Wolga und deren chinesischen Nachbauten HQ-2 über S-125 Newa, einige wenige S-200 Wega bis hin zu mobilen Komplexen S-135 Krug, 9K12 Kub und vielleicht haben sie über Umwege 9K35 Strela-10 ins Land gebracht. Wir schätzen die Einsatzbereitschaft auf 20 bis 35 Prozent, aber nur bei den neueren Systemen. Die entsprechenden Flugkörper dürften bereits überlagert sein und im Gefechtseinsatz Fehlfunktionen aufweisen. Sich ist jedoch, dass es einen großen Anteil an tragbaren Flugabwehrsystemen gibt, die von der Strela-2 bis hin zu sämtlichen Versionen der Igla reichen. Die Systeme sind auf dem Schwarzmarkt zu bekommen und wir schätzen die Bestände auf mehr als sechzehntausend. Ein Problem sind die in der Berge gebauten Start- und Landebahnen, die sich nur schwer treffen lassen, aber dafür werden die Jagdbomber zuständig sein.“
Die Piloten machten große Augen, doch die meisten wussten, dass man die tragbaren Systeme einfach überfliegen konnte, denn die hatten keine besondere Reichweite.
Awiatskij Kapitan-lejtenant Kolja Maslow und sein WSO Awiatskij Starshi-lejtenant Arkadij Nebogadow tauschten Blicke aus. Die beiden flogen die MiG-31BM Rote 22 und galten als die besten Piloten des 174. Garde-IAP. Kolja war 28 Jahre alt und Arkadij 27. Sie kannten sich vom 148. GLITs in Sawaslejka und hatten in Lipetsk das gesamte Trainingsprogramm durchgemacht. Jetzt trat ein Berater von RAC MiG aufs Podest und rief das Foto einer nordkoreanischen MiG-29 auf.
„So meine Herren. Jäger Nummer eins der nordkoreanischen Luftstreitkräfte. MiG-29, Serie 9.13. Zehn Stück wurden 1992 bis 1994 von uns an Nordkorea geliefert und sind ihre modernsten Flugzeuge. Sie haben den Waffenleitkomplex RLPK-29, der das Radar N019 Rubin und dem elektrooptischen Ziel- und Navigationskomplex OEPrNK-29 beinhaltet, der den Infrarotsensor KOLS-29 und den Laserentfernungsmesser OEPS-29A mit dem Navigationssystem SN-29A verbindet. Die Maschinen können Luftkampfraketen R-60MK, die R-73 mit Helmvisier und Mittelstrecken-Luft-Luft-Raketen der R-27-Serie einsetzen und auch unter sich befindliche Ziele bekämpfen. Wir haben bis 1994 etwa tausendfünfhundert Raketen geliefert, aber sie dürften inzwischen deutlich überlagert sein. Möglich wäre, dass sie welche auf dem Schwarzmarkt bezogen haben. Das Waffensystem der 9.13er ist nach heutigen Maßstäben nicht sehr bedienungsfreundlich“, der Berater der RAC MiG brach ab und gönnte sich ein schiefes Grinsen. Einige der älteren Piloten lachten ebenfalls. Dann fuhr der Berater fort.
„Nun, ich sehe, hier kennen sich einige schon aus. Jedenfalls muss die Antenne vom Piloten manuell geschwenkt werden, was zu einer hohen Arbeitsbelastung führt. Außerdem muss dauernd zwischen den Betriebsarten gewechselt werden und das Radar an sich ist unzuverlässig. Gefährlich wird ihnen die Maschine nur, wenn sie gänzlich über Infrarot angreift. Bei den älteren 9.12ern ist es genauso. Da wir davon ausgehen, dass die Maschinen mit hohem Aufwand gepflegt werden, dürften durchweg zehn oder zwölf einsatzbereit sein. Die Piloten sind die besten und politisch korrektesten der nordkoreanischen Luftstreitkräfte“
Erregtes Flüstern ging durch den Hangar, dann erschien auf dem LCD-Bildschirm eine MiG-23ML.
„Wir bei MiG konnten uns vorstellen, dass kaum einer von Ihnen die alten 23er noch kennen. Das wäre dann Jäger Nummer zwei. Die MiG-23ML ist leicht zu warten, kann von wirklich schlechten Pisten aus starten. Der Waffenleitkomplex umfasst das analoge Radar Safir-23ML und den Infrarotsensor TP-23. Sie kann unter sich befindliche Ziele bekämpfen, aber nur bis 30 Kilometer Distanz. Wir wissen, dass die nordkoreanischen MiG-23ML-Piloten wie einst die Iraker vor allem auf Luftkämpfe in geringen Höhen geschult werden. Die greifen aus dem Tiefflug an. Die MiG-23ML kann normalerweise Luftkampfraketen R-60MK und Mittelstrecken-Luft-Luft-Raketen R-24R und R-24T mit Reichweiten von bis zu fünfzig Kilometer einsetzen. Kann auch sein, dass sie über China, Iran oder Syrien die R-73 samt Helmvisier in die Finger bekommen haben und die Maschinen damit ausgerüstet haben. Sie haben sechsundvierzig MiG-23ML von denen die meisten einsatzbereit sein dürften.
Über die MiG-21 und F-7 muss ich wohl nichts weiter sagen. Zu den MiG-19 und F-6 bleibt zu sagen, sie sind perfekte Ziele. Kommen wir daher zu den Jagdbombern. Die Su-7BMK dürfte keiner von ihnen mehr kennen, aber die sind reif für’s Museum. Die Su-25K taugen auch nicht mehr viel. Zu alt und zu schlecht gewartet. Aus einigen afrikanischen Luftstreitkräften haben sie sich in den letzten Jahren illegal eine kleine Flotte aus einer unbekannten Anzahl MiG-23BN und Su-22M3 zusammengekauft. Die Il-28 und H-5 fallen schon unter Fossile, wobei es möglich ist, dass sie freifallende Nuklearbomben tragen können. Hat noch jemand Fragen?“
„Ja, ich“, meldete sich Kolja. „Sprechen unsere Warnsysteme überhaupt auf das Safir-23ML an?“ Der MiG-Berater stand der Frage etwas überrascht gegenüber.
„Nun“, sagte er und überlegte kurz. „Sehen Sie, als die MiG-31B 1991 in Dienst ging, begannen wir, die MiG-23-Serie auszumustern. Und die MiG-31BM kam erst viel später. Während wir hier sitzen, bekommen die Bordcomputer der Maschinen ein zusätzliches Programm installiert, das auch die älteren Radare erkennt.“
„Wie sieht es mit Gegenmaßnahmen aus?“, frage Kolja weiter. „Haben wir eine Freund-Feind-Erkennung? Immerhin sind es russische Maschinen.“
„Unsere Techniker draußen programmieren die Erkennungskodes neu“, meinte der Berater.
„Können unsere Kh-31PK überhaupt die Frequenzen der Radare russischer Flugabwehrkomplexe orten?“
„Kh-31P hätte das nicht gekonnt“, meinte der Berater. „Die war auf amerikanische Frequenzen eingestellt. Die Kh-31PK hat einen neuen Suchkopf, mit dem sich alle möglichen Flugabwehrkomplexe, außer die tragbaren natürlich, ausschalten lassen.“
„Und ich dachte schon, das wird schwer“, meinte Arkardij leise zu Kolja.
Zuletzt bearbeitet von Akula 941 am 04.11.2007, 13:41, insgesamt einmal bearbeitet |
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Akula 941

Anmeldedatum: 29.07.2007 Beiträge: 118

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Verfasst am: 10.10.2007, 13:28 Titel: |
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Zur gleichen Zeit, Kommandozentrale der KVA, Pjöngjang
Wie das ganze Land war auch die Hauptstadt in der Nacht zappenduster. Strom und fliesendes Wasser gab es nur von sechs bis 22 Uhr, und damit galt Pjöngjang als privilegiert. Nur bestimmte Einrichtungen wie das diplomatische Viertel, Regierungs- und wichtige Verwaltungsgebäude, Ausländerhotels, die Quartiere der Koreanischen Volksarmee und die in der Nacht beleuchteten Monumente zu Ehren Kim Il-sung's verfügten über eine eigene Stromversorgung. Die dreieinhalb Millionen Menschen in der Stadt führten ein Dasein zwischen dem Personenkult um den Jungen Führer Kim Jong-chol und einem kaum noch vorhandenen Versorgungsystem, welches auf der Welthungerhilfe basierte. Von allem was außerhalb des Landes passierte bekam das Volk nichts mit. Niemand in der Stadt ahnte etwas vom drohenden Krieg und das war der Regierung nur Recht. Denn während der Junge Führer in seinem Palast zufrieden schlief, trafen sich die Oberbefehlshaber der Koreanischen Volksarmee in der verbunkerten Kommandozentrale unweit des Sunan International Airport.
Das Treffen war von Verteidigungsminister Pak Dong-ju und General Chu Jang-ik, dem Oberbefehlshaber der KVA einberufen worden. Anwesend waren auch General Kong Hwan-chu, dem die Raketenstreitkräfte unterstanden, General Myong-ku der Luftstreitkräfte, General Cho Yong-sae der Armee und Admiral Kim Li-hon, der die Marine befehligte. Die Männer waren sich durchaus über den Zustand der Streitkräfte bewusst, aber jeder von ihnen fürchtete um sein Leben, wenn der dem Jungen Führer sagen müsste, wie schlecht und alt die Ausrüstung und wie hungrig und ausgezehrt die Soldaten waren. Verteidigungsminister Dong-ju war außer sich vor Wut und Verzweiflung.
„Ich will jetzt umgehend wissen, ob wir unser Land, unser Volk und unsere Ideologie verteidigen können oder nicht“, blaffte er und besprühte den Tisch vor sich dabei mit viel Spucke. „Der Junge Führer hat mir die Mobilmachung der Volksarmee befohlen und ich will, dass wir alles, was unsere Grenzen überschreitet, auf der Stelle vernichten!“ Er sah General Hwan-chu an. „Wie konnte es überhaupt zu dieser … dieser verachtenswerten Schlamperei kommen?!“, kreischte er den Oberbefehlshaber der Raketenstreitkräfte an. „Sind ihre Leute wirklich so dämlich und können nukleare Waffen nicht von konventionellen unterscheiden?!“
„Genosse Verteidigungsminister, bitte. Das Ganze ist eine furchtbare Angelegenheit … “ Dong-ju, mit dessen Selbstbeherrschung es endgültig vorbei war, unterbrach ihn.
„Angelegenheit? Angelegenheit?!“ Seine Stimme überschlug sich fast. „Das war Verrat! Hinterhältiger Verrat! Der Junge Führer hätte gut daran getan, bei Amtsantritt alle höheren Offiziere liquidieren zu lassen, wie Stalin!“
„Genosse Dong-ju, die Rakete ist heimlich vertauscht worden und die Beschriftungen auf der Rakete ebenfalls. Wir wissen nicht, wer es war, aber ich bitte sie, realistisch zu denken. Unsere Soldaten verhungern, Genosse! Und ihre Familien ebenfalls. Unsere Sicherheitsvorkehrungen sind ein Witz. Die logistischen und humanitären Systeme sind eine Katastrophe. Wir sollten den Russen sagen, dass es ein Unfall war und um internationale Hilfe … “ Dong-ju unterbach ihn wieder.
„Sind Sie verrückt?! Wir würden wir vor der Welt dastehen? Als ein Land von Verbrechern und Terroristen! Wollen Sie das etwa?“
„Genosse, bei allem Respekt, aber die restliche Welt sieht uns bereits als solche an“, entgegnete Hwan-chu kühl. „Meinen Sie, dass das jetzt noch eine Rolle spielt?“
„Wenn Sie nochmal eine solche Unverschämtheit besitzen, enthebe ich sie auf der Stelle Ihres Kommandos!“, kreischte Dong-ju.
„Genosse Verteidigungsminister, bitte sehen Sie es doch ein“, sagte jetzt Admiral Li-hon. „Es fehlt überall an Ersatzteilen und Treibstoff. Auf meinen Schiffen müssen die Leute in Schichten essen, weil nicht mal genug Teller da sind. Der Sold wird kaum oder gar nicht bezahlt.“
Dong-ju gab sich geschlagen und setzte sich und nahm einen Schluck Tee. Dann schwieg er eine Weile lang. General Myong-ku ergriff das Wort.
„Sehen Sie, Genosse Dong-ju, Russland und Südkorea haben in ihren Luftstreitkräften das modernste Gerät aufzubieten. Wir verfügen nur über 81 für unsere Maßstäbe moderne Abfangjäger und von denen ist nur die Hälfte einsatzbereit. Die Propaganda trichtert unseren besten Piloten ein, sie würden die modernsten Jäger der Welt fliegen. Über die Ausrüstung anderer Luftstreitkräfte wissen sie nichts. Nicht einmal wir werden von der Aufklärung informiert. Das was ich jetzt über die russischen Luftstreitkräfte weiß, habe ich aus den Computerdaten der erbeuteten Be-220 zusammengesetzt.“
„Dann sagen Sie uns, was wir wissen müssen, verdammt!“, zischte der Verteidigungsminister.
Der Oberbefehlshaber der Luftstreitkräfte zog eine Mappe mit Fotos hervor, die man in den Computerdateien der Be-220 gefunden hatte. Er hatte die Bilder nach der Priorität der Flugzeuge geordnet. Myong-ku stand auf und ließ das erste Foto herumreichen.
„Sie sehen hier die MiG-31BM. Sie hat angeblich eine Radarreichweite von 320 Kilometer und kann ihre Ziele auf 280 Kilometer Distanz abschießen. Sie ist allerdings nicht besonders wendig. Sollte ein Jäger also nahe genug herankommen, denke ich, können wir sie abschießen. Für die Flugabwehrraketen ist sie schon zu schnell.“
„Wie schnell?“, wollte General Jang-ik wissen.
„Wenn es sein muss, bis zu dreitausend Stundenkilometer.“ Die übrigen Befehlshaber machten große Augen. Myong-ku gab sich eher unbeeindruckt, er war Realist.
„Die Radarwarngeräte unserer Maschinen sprechen auf dieses … sie nennen es Zaslon-AM … nicht an“, fuhr er fort und reichte das nächste Foto in die Runde. „Sie erinnern sich an diese Maschine. Der Junge Führer wollte für uns einst die zweisitzige Mehrzweckversion kaufen. Die Su-27SM, ein äußerst wendiger Mehrzweckjäger, von dem wir hier nur träumen können.“ Das nächste Foto ging in den Umlauf. „Die Su-34. Es handelt sich um einen Jagdbomber. Kann bis zu acht Tonnen Außenlasten schleppen und ist bei Bedarf als Luftüberlegenheitsjäger einsetzbar. Und das sind nur Ausschnitte. Ich habe den Rest bereits an die Aufklärung weitergeleitet.“ Verteidigungsminister Dong-ju war weiß wie eine Wand.
„Das ist unmöglich“, würgte er schließlich hervor. „Was können wir tun?“
„Wenn Sie mich so fragen, Genosse“, meinte Myong-ku kühl. „Die Hände in den Schoß legen, und beten dass es schnell vorbei ist. Allein die Härte des bevorstehenden Luftschlages übersteigt unsere Abwehrmöglichkeiten um das Fünfzigfache. Und ich rede nur von den Russen. Die Kapitalisten im Süden mobilisieren ebenfalls. Wir haben verstärkten Flugbetrieb festgestellt.“
„Und die Amerikaner?“
„Wir wissen es nicht. Aber veränderte Aktivitäten konnte die Aufklärung nicht feststellen.“
„Na gut“, meinte Dong-ju dann. „General Jang-ik, beginnen Sie mit der Mobilmachung. Verlegen sie ausreichend starke Kräfte nach Norden und an die demilitarisierte Zone.“
Der Oberbefehlshaber sah aus, als hätte ihm jemand kaltes Wasser über den Rücken gegossen.
„Genosse Dong-ju, überdenken Sie dass“, bat er. „Wir haben keine Möglichkeit, uns zu verteidigen. Wir können allenfalls abwarten. Sie können doch unsere ohnehin hungrigen Soldaten nicht so sinnlos in den Tod schicken.“ Dong-ju ließ nicht locker.
„Was unseren Soldaten an Nahrung fehlt gleichen Sie durch ihren bedingungslosen Glauben an den Kommunismus aus. Wenn wir untergehen, dann kämpfend.“ |
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Akula 941

Anmeldedatum: 29.07.2007 Beiträge: 118

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Verfasst am: 04.11.2007, 13:43 Titel: Geht bald weiter ... |
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| ... musste nur am Vorhandenen ein bisschen pfeilen. Da sind ein paar Überarbeitungen drin. |
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Akula 941

Anmeldedatum: 29.07.2007 Beiträge: 118

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Verfasst am: 10.11.2007, 13:05 Titel: |
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Eine Stunde später, 129. Artillerijskaja Diwizija, Khasan
„Stopp!“, brüllte Rjadowoj Jakow Dimitshew. „Das genügt! Ausrichten und laden!“ Die Panzerhaubitze 2S19M Msta-S, ein Ungetüm von 42 Tonnen, kam in ihrer Feuerstellung unter einem Tarnnetz zum Stehen. Der V12 mit 840 PS röchelte leise im Leerlauf. Der Geschützturm 2A65 drehte sich nach rechts in Richtung Grenze und das 152-Millimeter-Geschütz richtete sich auf. Die kleinen geostationären Satelliten, welche die Grenze zu Nordkorea überwachten versorgten die 127. und 129. AD fast in Echtzeit über Bewegungen der Koreanischen Volksarmee auf der anderen Seite des Tjumen. Erstaunlich war, dass man auf nordkoreanischer Seite etwa 50 Lastwagen mit Pontonbrücken gezählt hatte. Ebenfalls angerückt war die 83. ObrSpn (Spetznazbrigade) mit 100 Kampfpanzern T-80UM1 Bars. Die Speerspitze bildete die 55. MSD, eine Division, die sich wie die US Marines als Elitetruppe ansah. Etwa bis zu Mündung des Tjumen am 13 Kilometer entfernten Pazifik sammelten sich allmählich russische Verbände. Auch waren Pontonbrücken auf dem Weg. Für die Luftunterstützung sorgten das 319. OBWP mit Schlachthubschraubern Ka-50Sh und Mi-24PN sowie das 18. ShAP mit Schlachtflugzeugen Su-25SM und Su-25UBM. Die Flugabwehr übernahmen einige Pantsir-S1 und Tor-M2, die vorher den jeweiligen Verbänden zugeteilt worden waren.
Den russischen Verbänden gegenüber stand ein nordkoreanisches motorisiertes Schützenregiment, wohl eher eine Einheit der schnellen Einsatzbereitschaft, denn im Norden des Landes hatte die Volksarmee keine Bodenstreitkräfte. Diese standen unmittelbar nördlich der DMZ oder im Zentrum des Landes um die Hauptstadt. War diese erste Hürde erst überwunden, hätten die russischen Truppen also freie Bahn nach Pjöngjang.
General-armij Kisenko schritt die Geschützstellungen ab, erkundigte sich hier und da nach der Verfassung der Besatzungen. Dann ging er zum Feldhauptquartier. Eigentlich war das nicht viel mehr, als ein unter Tarnnetzen verborgener Ural-532361 mit Kofferaufbau. Darin allerdings befand sich eine hochmoderne satellitengestützte Führungszentrale.
„Verdammt, das ist vielleicht laut!“, brüllte Jakow dem Kommandant der Msta-S zu, als zwei Frontbomber Su-24M2 im Tiefflug über die russischen Stellungen hinweg donnerten. Etwa alle zehn Minuten fegten russische Kampfflugzeuge über sie hinweg. Die WWS hielt permanent 20 voll bewaffnete Flugzeuge in Grenznähe in der Luft, für den Fall, dass die Nordkoreaner auf der anderen Seite des Flusses in einem Anflug von Selbstüberschätzung feuern würden. Dann konnten die Russen auf sofortige Luftunterstützung zurückgreifen.
„Ach, das ist doch gar nichts!“, winkte der Kommandant ab. „1988 war ich zwölf Jahre alt und hab in Aktjubinsk gewohnt. Das war vielleicht ein Lärm. Die 23er kamen meistens in Formation an, da hat die ganze Bude gewackelt.“ Erneut das Grollen von Triebwerken, diesmal aber aus dem Süden. Zwei Jagdbomber donnerten in etwa 30 Meter Höhe am südlichen Ufer des Tjumen entlang in Richtung Pazifik. Die meisten russischen Soldaten sahen jetzt erstmals den Feind. Man konnte deutlich die nordkoreanischen Hoheitszeichen am hinteren Rumpf erkennen.
Eine MiG-31BM ging über den Stellungen der Raketenwerfer in die Kurve und flog neben den Jagdbombern her – entlang der russischen Seite des Tjumen.
Awiatskij Kapitan-lejtenant Kolja Maslow blickte nach rechts. Das war also der Feind.
„Artem, hier Feniks zwo-eins, Radarkontakte identifiziert. Es sind zwei Jagdbomber Su-7BMK, Kurs null-neun-null.“ Die besagten Maschinen waren über 40 Jahre alt.
Mit ihrem Waffenleitkomplex Zaslon-AM hatten sie die beiden feindlichen Maschinen schon entdeckt, als sie noch 100 Kilometer entfernt waren. Das Radar Zaslon-AM hatte eine Reichweite von 320 Kilometer und konnte unter günstigen Bedingungen Ziele in 280 Kilometer Entfernung mit Langstrecken-Luft-Luft-Raketen R-37M angreifen. Allerdings hatte die Rote 22 keine davon an Bord. Unter den Flügeln hingen vier R-77M und unter dem Rumpf waren sechs Antiradarraketen Kha-31P aufgehängt.
„Zwo-eins, tragen die Maschinen Waffen?“, fragte der Lejtenant des WKP in Artem.
„Negativ, keine Waffen“, meldete Awiatskij Starshi-lejtenant Arkadij Nebogadow aus dem hinteren Cockpit der MiG-31BM. Sie waren seit sechs Stunden in den Luft und hatten einmal in der Luft aufgetankt. Gemeinsam mit zwei MiG-31B des 530. IAP und einer weiteren MiG-31BM riegelten sie den Luftraum bis 800 Kilometer weit vor der Küste ab. Dabei kam das Datenlinksystem zum Einsatz, mit dessen Hilfe Frontabschnitte von bis zu 1 200 Kilometer Breite überwacht werden konnten.
Unsere Tanks sind bald leer“, meinte Kolja schließlich und rieb sich die Augen. „Wir kommen zurück, Artem.“
„Genehmigung zur Rückkehr, Zwo-eins. Bis gleich.“ Kolja wechselte auf die nordkoreanische Jäger-Frequenz und suchte seinen förmlichsten Tonfall.
„Die WWS der Russischen Föderation bedankt sich bei den Luftstreitkräften der Koreanischen Volksarmee für die Vorführung und wir raten den Piloten dringend, ihre Schrotthaufen im nächsten Museum anzumelden. Herzlichen Dank für ihr Interesse und die routinemäßige Abfangjagd, welche die russischen Steuerzahler nur ein paar lumpige Millionen Rubel kostet … Muahahahaha!“
Die beiden Su-7BMK drehten scharf nach Süden ab. Arkadij kicherte im zweiten Cockpit.
„Kolja, du kannst manchmal ein ziemliches Arschloch sein.“
„Und wenn schon.“, meinte der Pilot und brachte den Mehrzweckjäger auf den Kurs zur Basis. |
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Akula 941

Anmeldedatum: 29.07.2007 Beiträge: 118

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Verfasst am: 16.11.2007, 13:24 Titel: Jetzt geht die Party richtig los ... |
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24. Juni 2014, unterirdische Kommandozentrale,
Kreml, Moskau
Es war 16 Uhr 45 – 15 Minuten bevor der Angriffsbefehl bestätigt werden sollte. Wiktor Roshkow stand vor einer digitalen Karte der koreanischen Halbinsel und ließ sich von Iwanowitsh den Ablauf der Operation Uragan erläutern.
„Was genau passiert, wenn der Befehl zum Angriff bestätigt wird?“, fragte er den Verteidigungsminister.
„Wir versuchen in einem massiven Luftschlag alle bekannten Raketenstellungen und Flugplätze auszuschalten und wir setzen unsere Abfangjäger ein um alle Flugzeuge runterzuholen, die sich in der Luft befinden. Die Südkoreaner nehmen sich die Stellungen an der DMZ vor."
„Wie stehen unsere Chancen, Jurij?“
„Ich würde sagen, dass Kim Jong-chol in der Tinte steckt. Er hätte dann höchstens noch ein paar dutzend Raketen, die wir nicht sehen können. Vielleicht haben einige davon Nuklearköpfe, aber ich glaube nicht, dass er sie einsetzen wird. Er hat gesehen, was dann passiert."
„Können Sie mir garantieren, dass Sie alle nordkoreanischen Raketenstellungen ausschalten können?“
„Ich garantiere das für alle Stellungen, die uns gegenwärtig bekannt sind“, meinte Iwanowitsh. „Ihre Befehle?“
„Angriff!“
25. Juni 2014, DaIWO
Auf der AB Artem wurde um null Uhr eins Alarm ausgelöst.
„Alle Besatzungen zu ihren Maschinen, alle Besatzungen zu ihren Maschinen! Alarmstart, Alarmstart, Alarmstart!“ Kolja und Arkadij rannten zu ihrer MiG-31BM und ließen sich ins Cockpit plumpsen. Kaum waren die Cockpithauben geschlossen warf Kolja die beiden Triebwerke Solowjew D-30F-6M an und wartete auf jene Maschine, der er zur Vorstartlinie folgen sollte. Die Rote 31 rollte vorbei und Kolja gab sanft Schub auf die beiden Triebwerke. Die Rote 22 bog von ihrem Stellplatz auf den Rollweg ein. Die vorgeschriebene Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometer auf den Rollwegen wurde nicht mehr eingehalten. Der 50 Tonnen schwere Mehrzweckjäger rollte mit 70 Sachen zur Startbahn, während Kolja und Arkadij eilig ihre Alarmstart-Klarlisten abhakten. Dann bog die Maschine auf die Startbahn ein und rollte langsam zur Vorstartlinie. Weiter vorn jagten zwei MiG-31BM mit gezündeten Nachbrennern in die Nacht hinein. Jetzt war die Rote 22 an der Reihe und reihte sich neben der MiG-31BM Rote 31 auf. Sie rollten zur Startlinie und Kolja trat hart auf die Bremse. Er fuhr die Triebwerke langsam hoch, die ganze Maschine schüttelte sich und rollte ein Stück nach vorn – trotz Bremse.
„Feniks zwo-eins startklar“, meldete Kolja an die Zentrale.
„Zwo-eins, Starterlaubnis“, kam es aus den Kopfhörern im Helm. Kolja brachte die Triebwerke auf Touren – die beiden Solowjew drängelten gewaltig, als die Rote 22 ihre Nase senkte – während er sich abmühte, die MiG-31BM mit der Bremse auf der Stelle zu halten. Das Startsignal an der Linie rechts schaltete von Rot auf Grün. Die Rote 31 donnerte los. Das Startsignal links schaltete um. Kolja löste die Bremse und schob den Nachbrenner rein. Die Rote 22 jagte los, beschleunigte auf 300 Stundenkilometer. Bei 350 zog Kolja die Maschine hoch. Die ganze Prozedur hatte drei Minuten gedauert.
„Operation Uragan freigegeben, General“, meldete der Funkoffizier. „127. und 129. AD bestätigen Gefechtsbereitschaft und das 18. ShAP ist im Anflug.“
„Dann wollen wir sie mal aufwecken“, meinte General-armij Kisenko. „Feuer frei!“.
Die Panzerhaubitzen Msta-S in ihren Feuerstellungen hämmerten los. Gleichzeitig griffen 20 Schlachtflugzeuge Su-25SM die nordkoreanischen Artilleriestellungen auf der Gegenseite an.
Ein Inferno brach über das KVA-Regiment herein. Man beobachtete einige verzweifelte Versuche der Nordkoreaner, mit Schützenpanzern BTR-60P den Tjumen zu überqueren, diese wurden jedoch schnell von russischen Panzerabwehrraketen zerstört und zu einem schrecklichen Grab für ihre Besatzungen. Es dauerte keine halbe Stunde, bis sich die Kampfstärke des KVA-Regimentes auf ein Minimum reduziert hatte.
Wenig später rasten 12 Schlachthubschrauber Ka-50Sh auf das feindliche Ufer zu, gefolgt von Mi-24PN und Mi-8AMTSh, welche Soldaten im Kampfgebiet absetzen. Danach überquerten Schützenpanzer BTR-90 den Fluss und stießen – ohne auf besondere Gegenwehr zu stoßen – etwa sieben Kilometer ins Hinterland vor und sicherten dort den Frontabschnitt ab. Die Schlacht am Tjumen war nach kaum drei Stunden vorbei. Wenig später wurden die ersten Pontonbrücken ausgelegt. Die Russen marschierten ein …
Zur gleichen Zeit, Mehrzweckjäger Mikojan-Gurewitsh MiG-31BM Rote 22,
über der Koreanischen Halbinsel
Zwanzig Minuten nach ihrem Start in Artem drang die Rote 22 als erste der vier Maschinen der zweiten Rotte in den Luftraum der Koreanischen Demokratischen Volksrepublik ein und fegte in einer Höhe von 600 Metern über der Provinz Hamgyŏng-pukto auf den Raketenstartplatz Musudan-ri zu. Rotte zwei mit vier MiG-31BM führte zehn Frontbomber Su-24M2 des 277. BAP an, welche weiter 20 Kilometer weiter hinten folgten.
„Entfernung hundertfünfzig bei Kurs eins-acht-drei. Steigen auf eintausend“, wies Arkadij seinen Piloten an. Kolja brachte die MiG-31BM in den Steigflug. Er warf einen Blick auf das HUD. 1370 Stundenkilometer, genau richtig.
„Rotte Sokol, hier Rotte Feniks. Sind im Zielanflug. Ist der Luftraum frei?“ Er fragte sich ob die MiG-31B des 530. IAP ihre Arbeit erledigt hatten.
„Hier Sokol eins-drei, Luftraum sauber. Keine Feindberührung.“
„Entfernung?“
„Hundertzwanzig. Ich schalte um.“ Arkadij schaltete das Zaslon-AM auf Luft-Boden-Modus.
„Radar!“, ,meldete er dann. „Scheiße, ist das alt. SNR-125. Das ist eine Petshora.“
„Lass sie von der Leine“, befahl Kolja und Arkadij betätigte die nötigen Knöpfe.
„Abwurf.“
Zwei Antiradarraketen Kha-31PK lösten sich von ihren Pylonen unter dem Rumpf. Die 600 Kilo schweren Raketen hatten einen 87 Kilo schweren Gefechtskopf, der ausreichte, um Radarschüsseln und Antennenanlagen zu zerstören. Nach dem Abwurf überholten die Kha-31PK die MiG-31BM zunächst mit Hilfe ihres kleinen Feststofftriebwerkes. Dann stiegen sie mit dem großen Raketenmotor ihrer zweiten Stufe auf eine Höhe von 15 000 Meter. Als dieser ausgebrannt war, verwandelte sich die Brennkammer in ein Staustrahltriebwerk, das die Kha-31PK auf Mach 3,5 beschleunigte. Zunächst benutzten die beiden Raketen ihr Trägheitsnavigationssystem, dann erhielten sie jedoch von den GLONASS-Satelliten genaue Positions- und Geschwindigkeitsangaben, was die Treffsicherheit erheblich steigerte.
Nach 25 Sekunden zerstörten die beiden Kha-31PK das Feuerleitradar. Sechs weitere Kha-31PK, abgefeuert von den anderen MiG-31BM, das Rundsuchradar P-15 und das Höhensuchradar PRW-11. Das einst in Russland gebaute Flugabwehrraketensystem war unbrauchbar geworden.
Der Weg war geebnet für die Su-24M2, die jetzt im Tiefflug heran fegten und die Startrampe, die Kommandozentrale und die Wartungshallen mit Lenkbomben Kab-1 500TK und Luft-Boden-Raketen Kha-29T zerlegten.
15 Minuten später waren sie im Anflug auf das nächste Ziel: den Flottenstützpunkt Mayang-do. Hier war neben der halben nordkoreanischen Unterseebootflotte auch das 56. Jagdfliegerregiment in Toksan mit Abfangjägern MiG-21PFM, MiG-21bis und F-7 zu Hause.
„Pilot, ich habe zwei Kontakte, möglicherweise Abfangjäger“, sagte Arkadij plötzlich. „Entfernung zweihundert, Höhe fünftausend. Jägerradare RP-21 im Überwachungsmodus. Könnten MiG-21 sein. Ich mache die R-77M scharf.“
„Zwo-drei, bestätigen Sie zwei Ziele, Entfernung zweihundert, Höhe fünftausend.“, fragte Kolja.
„Zwo-eins, bestätigt. Übernehmen Sie“, sagte der Pilot der zweiten MiG-31BM Rote 25, die vier Kilometer westlich flog.
„Das erste Ziel, das links unter 30 Grad liegt, habe ich erfasst“, meldete Arkadij aus dem hinteren Cockpit.
„Dann hol ihn runter“, befahl Kolja.
„Entfernung hundertsechzig. Klar zum Abschuss.“
„Schieß einfach, verdammt!“ Arkadij löste die Halterung und die R-77M rauschte los. Sie beschleunigte auf mehr als Mach vier. Jetzt folgte sie dem vorher von Zaslon-AM berechneten Kurs und schaltete 15 Kilometer vor dem Ziel auf ihr eigenes Radar um. Sie fand das Ziel in einer Höhe von fünftausend Meter und acht Grad Abweichung vom Kurs. Ihre Gittersteuerflächen korrigierten die Richtung. Nach 32 Sekunden war alles vorbei.
Die R-77M bohrte sich in den Rumpf der nordkoreanischen MiG-21PFM und riss den kleinen Jäger in zwei Teile. Das Radarwarngerät der Maschine hatte nicht auf die russische Rakete reagiert, der Angriff kam völlig überraschend. Der Pilot griff noch nach dem Griff für den Schleudersitz, verglühte jedoch bei Ausstieg, als der Treibstoff seines Flugzeuges in einem Feuerball hochging.
Der Pilot der zweiten MiG-21PFM hatte die Explosion gesehen, flog zwei wilde Ausweichmanöver und suchte erschrocken nach einem Ziel. Er sah nur noch von vorn rechts einen Feuerschweif auf sich zu kommen und griff instinktiv nach dem Auslöser für den Schleudersitz. Er katapultierte sich, kurz bevor die russische Rakete auch seinen Jäger zerriss und landete im Japanischen Meer.
„Zwei erledigt, Luftraum frei. Überwachungsradar Lena bei eins-acht-null. Die können uns sehen! Störfolien!“
Hunderte kleiner Folienfetzen wurden abgeworfen, die zusammen ein riesiges Scheinziel boten. Kolja legte die MiG-31BM in den Sinkflug und fing sie bei 300 Meter über den Meer wieder ab. Obwohl Mayang-do noch über 120 Kilometer entfernt war, konnte er deutlich sehen, dass dort Raketen in den Himmel stiegen. In der klaren Nacht konnte man die Abgasstrahlen sehen und sie Schweife der Triebwerke waren hell genug. Sie hatten das Scheinziel erfasst und röhrten Sekunden später über sie hinweg. Arkadij hinten blieb seelenruhig.
„Zwei Ziele erfasst. Das Lena und ein Höhensuchradar PRW-17.“
„S-200“, knurrte Kolja gereizt. Die besagten russischen Boden-Luft-Raketen hatten eine Reichweite von bis zu 250 Kilometer. „Frei zum Angriff.“
„Achtung, Abwurf.“ Vier Antiradarraketen Kha-31PK lösten sich vom Rumpf und jagten davon, um sich 24 Sekunden später in ihr Ziel zu stürzen.
Zur gleichen Zeit, Kommandozentrale der KVA, Pjöngjang
Der Schlag kam für die nordkoreanische Flugabwehr einfach zu plötzlich. Bis auf wenige Ausnahmen blieben die Flugabwehrraketen in ihren Abschussrampen, weil ihre Feuerleitradare entweder auf maximale Entfernung gestört oder vernichtet wurden. Selbst das Ziel des russischen Luftschlages war so nicht erwartet worden. Um 23 Uhr fünf Ortszeit ging in der Kommandozentrale in Pjöngjang der Funkspruch der Schützendivision am Tjumen ein, sie stünde unter Beschuss russischer Artillerie. Zehn Minuten später brach der Kontakt ab. 12 Minuten später brach auch die Funkverbindung zum Raketenstartplatz Musudan-ri zusammen. Verteidigungsminister Kang übernahm persönlich das Kommando und befahl alle verfügbaren Abfangjäger in die Luft. Schon kurz darauf meldete der Stützpunkt Toksan, dass der Kontakt zu zwei MiG-21PFM während eines Patrouillenfluges abgerissen war und die Flugabwehr von Mayang-do nicht mehr einsatzfähig sei. Man habe vier schnell anfliegende Kontakte geortet und einen zerstört. Die Radaranlagen von Mayang-do seien von Raketen getroffen worden. Es dauerte weitere 15 Minuten, bis in Sunchon eine Rotte MiG-29 abhob. Ebenso wurden zwei Rotten MiG-23ML in Puk’chang in die Luft geschickt, und die Piloten angewiesen, nur mit Infrarotsensoren anzugreifen.
„Es hat begonnen“, sagte Kang knapp. „Tun Sie, was Sie können“, wies er die Generale an und rannte, die Hand vorm Mund, zur Toilette. Sein Magen rebellierte.
„Sie kommen“, sagte General Chu langsam. „In spätestens fünf Stunden haben wir unsere Luftraumüberwachung verloren.“
„Wir haben also keine Ahnung was los ist?“
„Nun“, meldete sich General Pak zu Wort. „Wir haben bis jetzt Momentberichte. Sieht so aus, als wäre das gesamte Arsenal ihres Fernostbezirks in der Luft. Vermutlich MiG-31, Su-27, Su-34, Su-24 und so weiter. Wie ich vermutet habe, setzen sie MiG-31BM zur Unterdrückung unserer Flugabwehr ein während die MiG-31B den Luftraum freischießt. Ihren flogen Luftüberlegenheitsjäger Su-27 und Jagdbomber Su-34 und Su-24 … “
„Genosse General“, meldete ein Leutnant. „dass Hauptquartier des II. Korps meldet angreifende Flugzeuge.“
„Sagen Sie uns etwas, das wir noch nicht wissen“, blaffte Pak ihn an.
„General, die Flugzeuge fliegen aus dem Süden an.“
„Zum Teufel mit den Kapitalisten!“, knurrte Chu. „Unsere Artillerie an der DMZ soll das Feuer eröffnen.“
Zehn Minuten später, Wŏnsan
Während man in Pjöngjang noch über mögliche Verteidigungsmöglichkeiten nachdachte, trat auf dem Stützpunkt Wŏnsan der junge Pilot Am Yom aus der Baracke in die Nacht hinaus, um ein wenig frische Luft zu schnappen. Er schlenderte zu den abgestellten Abfangjägern F-6 und MiG-21PF hinüber. 100 Flugstunden bedeutete bei anderen modernen Luftstreitkräften, dass man gerade erst die Grundausbildung zur Hälfte beendet hatte – bei der KVA wurde man im Allgemeinen befördert, wenn man so viele Flugstunden überlebt hatte. Die geringe Flugstundenzahl war wohl auch der Grund, weshalb die über 30 Jahre alten Flugzeuge wie fabrikneu glänzten. Und obwohl Am im Cockpit seiner MiG-21PFM schon alle möglichen Pannen erlebt hatte, hatte er noch keinen dieser Jäger zu Schrott geflogen.
Plötzlich heulten auf dem ganzen Stützpunkt die Sirenen los und Fla-Scheinwerfer blitzen gen Himmel. Die Flugabwehrgeschütze ZPU-4 wurden eilig bemannt und nach Norden ausgerichtet.
„Was ist denn los?“, rief Am der Besatzung eines Geschützes zu.
„Wir werden angegriffen!“, brüllte der Ladeschütze zurück. „Bring deinen Hintern in Deckung!“
Ein ohrenbetäubendes Röhren erfüllte die Luft und vier feurige Schweife jagten in den Himmel nach Norden. Zwei Startfahrzeuge hatten soeben ihre Flugabwehrraketen Krug abgefeuert. Dann wieder ein Dröhnen und die Fahrzeuge mit Such- und Feuerleitradar explodierten fast gleichzeitig.
Durch den Lärm sah Am zwei seiner Kameraden noch Norden deuten und dann sah er sie auch. Vier Kampfflugzeuge donnerten in kaum 50 Meter Höhe über der Startbahn entlang und warfen Bomben auf die unter ihnen aufgereihten Flugzeuge, welche eins nach dem anderen in die Luft flogen.
Solche Maschinen hatte Am noch nie gesehen. Sie waren schlank und grau, mit stark nach hinten geschwenkten Flügeln. Drei weitere Flugzeuge, ebenfalls ziemlich groß, aber mit einem blauen Tarnmuster jagten über das Munitionslager hinweg – welches in einem gigantischen Feuerball aufhörte zu existieren. |
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Akula 941

Anmeldedatum: 29.07.2007 Beiträge: 118

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Verfasst am: 24.11.2007, 18:04 Titel: |
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Zur gleichen Zeit, Sunchon
Ruslan und die übel zugerichtete Besatzung der Be-220 wurden von vier Wachsoldaten zu einem Lastwagen geführt. General Pak hatte angeordnet, die Gefangenen so schnell wie möglich in ein Lager nach Norden zu verlegen. Zum ersten Mal seit zwei Wochen atmeten die Gefangenen frische Luft. Ruslan sah allerdings, dass das Bodenpersonal auf dem Stützpunkt hektisch hin und her wuselte und das zwei MiG-29 mit recht hoher Geschwindigkeit zur Startbahn rollten. Auch waren die Flugabwehrraketen am anderen Ende des Stützpunktes aufgerichtet worden.
„Was ist denn hier los“, zischte Lejtenant Butenko, der von zwei Männern gestützt werden musste. Ein Soldat versetzte ihm einen Fußtritt.
„Nicht miteinander reden!“, kreischte er auf Koreanisch. „Maul halten und weitergehen!“
Dann erfüllte ein ohrenbetäubendes Donnern die Luft und das Höhensuchradar für die chinesischen HQ-2-Raketen ging in Flammen auf. Die Druckwelle schleuderte die Männer auf dem Stützpunkt zu Boden.
„Was war das denn?“, brüllte Ruslan.
„Keine Ahnung“, gab Shiguljew gereizt zurück. „Aber bis Silvester haben wir noch ‘ne Weile.“ Die Wachsoldaten rappelten sich hoch zerrten die Russen wieder auf die Beine. Wieder ein Donnern und zwei Kampfflugzeuge jagten über ihre Köpfe hinweg. Vom anderen Ende des Stützpunktes kam ein lautes Krachen und eine Flammenwand schoss 100 Meter in den Himmel. Sie hatten das Treibstofflager erwischt.
„Su-34!“, japste Bogdanow, so laut es mit den drei gebrochenen Rippen möglich war. „Das sind unsere! Das sind unsere!“
„Ich hab gesagt, Maul halten!“ brüllte ihn der Nordkoreaner an und stieß ihn zu Boden.
Erneut donnerten zwei Jagdbomber Su-34 über sie hinweg, dieses Mal hatten sie anscheinend die beiden MiG-29 auf dem Rollweg im Visier.
„Zwei MiG-29 auf dem Rollweg rechts außen“, meldete der Rottenführer. „Angreifen!“
„Hab sie schon im Visier.“
Natasha Blek betätigte den Abzug für die 30-Millimeter-Kanone GSh-301, welche sogleich blaffend ihre hochexplosiven Projektile in Richtung der wehrlosen nordkoreanischen Jäger schleuderte. Die vorausrollende MiG-29 bekam mehrere Volltreffer in ihre Triebwerke und geriet in Brand, die Maschine dahinter wurde in die Treibstofftanks getroffen und explodierte.
Natasha quietschte vergnügt und zog ihren Jagdbomber hart nach rechts.
„Und jetzt nehmen wir uns die abgestellten Maschinen vor“, meinte Anatolij. „Flieg eine weite Kurve.“
„Geht klar“, sagte Natasha, schaltete auf Luft-Boden-Modus um und legte die Rote 50 in eine Linkskurve. Unter den Tragflächen hingen außer vier Luftkampfraketen R-73M2 vier Raketenbehälter mit insgesamt 20 ungelenkten Luft-Boden-Raketen S-13D mit Aerosolgefechtskopf.
Die Su-34 ging wieder in den Geradeausflug über und Natasha brachte die HUD-Zielmarke auf die abgestellten Schlachtflugzeuge Su-25K an der äußeren Startbahn.
„Und Feuer!“, murmelte sie und betätigte den Abzug am Steuerknüppel. Zischend jagten die S-13D aus ihren Behältern und verwandelten den Abstellplatz der Schlachtflugzeuge in ein Flammenmeer. Dann schrie der Radarwarner los.
„Jägerradar Rubin!“, meldete Anatolij unruhig. „Zwei nordkoreanische MiG-29 aus sechs Uhr!“
„Dann lass uns mal hoffen, dass die keine 73er tragen“, erwiderte Natasha zähneknirschend. Festhalten.“ Sie schob den Nachbrenner rein und zog den riesigen Jagdbomber steil hoch. Das Quietschen des Radarwarners hörte auf. Sie stiegen bis auf 2 500 Meter.
„Jägerradare abgeschaltet! Wir sind aus ihrem Erfassungsbereich.“
Natasha dachte an die Luftkampfübungen in Lipetsk. Die Radarantenne des Rubin, welches in den älteren Exportversionen der MiG-29 eingebaut war, musste vom Piloten manuell geschwenkt werden. Brach der Gegner aus dem Schwenkwinkel, war die MiG-29 blind. Aber da war ja noch …
„Der Infrarotsensor“, sagte sie. „Die können genauso gut mit Infrarot angreifen.“ Die Su-34 ging jetzt im Looping in den Rückenflug über. Da waren sie! Sie rauschten direkt unter ihnen durch. Natasha zog den Steuerknüppel zu sich heran. Der Jagdbomber kam aus dem Looping und fiel direkt hinter einen der nordkoreanischen Jäger, der sogleich links wegbrach. Die junge Pilotin schaltete um auf Nahkampfmodus und klappte ihr Helmvisier NST-34 runter. Sie konnte ihre Luftkampfraketen R-73M2 jetzt durch Kopfbewegungen auf ihr Ziel einweisen. Die nordkoreanische MiG-29 feuerte Leuchtkugeln ab und flog wilde Ausweichmanöver, doch die Su-34 blieb an ihr hängen. Der Jagdbomber war zwar nicht ganz so wendig wie eine Su-27SM, dennoch war er im Kurvenkampf dank der leichten Beladung reichlich agil.
„Ich hab ihn!“, juchzte Natasha und klappte den Schutzdeckel vom Feuerknopf hoch. Eine Sekunde später jagten in kurzem Abstand zwei Luftkampfraketen R-73M2 los. Sechs Sekunden später bohrten sie sich in die Triebwerke der nordkoreanischen MiG-29, die sich schließlich brennend dem Boden entgegen wälzte. Ob der Pilot austeigen konnte, sah Natasha nicht.
Nicht weit entfernt war es Hauptmann Pak Myong-sok gelungen, seinen Verfolger abzuschütteln. Er schaute auf die Instrumente, der Luftkampf hatte viel Treibstoff verbraucht. Wo war sein Ziel?
„Leitstelle, hier Tangun zwo“, fragte er dann. „Eins, drei und vier hat´s erwischt. Bitte um Anweisungen.“
„Tangun zwo, melden Sie Status“, befahl sein Kommandant in der Leitstelle.
„Tanks noch halb voll, Bewaffnung noch vollständig, keine Schäden.“
„Ab sofort Funkstille. Sie haben die Erlaubnis, auf jeden Kontakt zu feuern. Leitstelle Ende.“
Was war denn das eben?, dachte sich Pak. Er flog eine MiG-29, den modernsten Jäger, den die Volksarmee besaß und hatte eben gesehen, wie drei davon binnen Minuten vernichtet wurden. Und was waren das für Kampfflugzeuge gewesen? Er prüfte seine Bewaffnung. Zwei R-27T und vier R-60MK zeigten Klarstatus. Er beschloss, nach einem Ziel zu suchen und einen Angriff zu wagen. So konnte er seine gefallenen Kameraden rächen.
Höchste Zeit, mit eigenem Radar anzugreifen, dachte er und schaltete das N-019 ein. Dann griff er nach dem Drehrad, mit welchem die Antenne geschwenkt wurde. Er schwenkte nach rechts und auf dem Radarschirm erschien ein riesiges, sehr einladend aussehendes Ziel. Er prüfte die Entfernung … 30 Kilometer. Dann wählte Pak den Waffenschalter und aktivierte die beiden R-27T. Im selben Moment, als er den Schutzdeckel vom Feuerknopf hochklappte, wurde sein Radar so intensiv gestört, dass er trotz aller Gegenmaßnahmen kein Radarbild mehr bekam. Was war hier eigentlich los?
25 Kilometer entfernt lehnte sich Lejtenant Makajew entspannt zurück. Der EloKa-Offizier an Bord des fliegenden WKP Tu-214PU musste grinsen. Es war so einfach. Dann übergab er an den Navigator, der sich prompt mit verfügbaren Abfangjägern in Verbindung setzte.
„Rotte Tigr, hier WKP Kobra. Wir haben eine MiG-29 15 Kilometer nördlich über Sunchon. Abfangen.“
„Rotte Tigr bestätigt, wir sind auf dem Weg.“
„Pilot, lass mal die Täuschkörper raus. Das verwirrt ihn noch mehr.“
Die Störungen hörten so schnell auf, wie sie begonnen hatten. Jetzt erschienen auf dem Radarschirm mehr Ziele, als das Rubin begleiten konnte. Wieder klappte Pak die Schutzkappe hoch und wollte gerade feuern, als der Radarwarner losschrie. Er zog die MiG-29 in eine Linkskurve.
„Der will abhauen!“, höhnte Awiatskij Starschi-Lejtenant Semjon Orumow und aktivierte den Infrarotsensor und klappte sein Helmvisier NST-27 runter. Er legte seine Su-27SM Rote 73 ebenfalls in eine Linkskurve und löste zwei R-73M2 aus, die auf die MiG-29 zuheulten.
Pak stieß Leuchtkugeln aus, legte die MiG-29 auf den Rücken und zog den Steuerknüppel zu sich heran. Der Jäger kam aus dem halben Looping und ging mit vollem Nachbrenner wieder in den Steigflug. Er sah wie zwei Jäger über ihn hinweg jagten und links und rechts wegkurvten. Er beschloss die erste Maschine ins Visier zu nehmen und schaltete das OEPrNK-29A ein. Der Infrarotsensor KOLS-29 sprach sofort auf die feindlichen Jäger an. Pak kurvte hinter dem nach links ausweichenden Jäger ein und feuerte zwei R-60MK ab. Beide verfehlten das Ziel, aber zwei hatte er ja noch. Er wählte sie an und feuerte wieder. Dann beging der feindliche Pilot einen Fehler. Er zog den Jäger steilt nach oben und die Maschine blieb urplötzlich auf ihrem Schubstrahl stehen. Das Kobra-Manöver. Im selben Moment schlugen die beiden R-60MK in die rechte Tragfläche der Maschine, welche in einem Feuerball explodierte. Pak wich dem Feuerball vor ihm aus und wendete die MiG-29, um den zweiten Jäger zu suchen. Dann sah er von rechts vier feurige Schweife auf sich zukommen.
Die vier hintereinander einschlagenden R-73M2 zerrissen die MiG-29 und ihren Piloten. Semjon hatte den Tod seines Kameraden aus der Ferne mit angesehen und nachdem er in Schussposition war hatte er alle vier R-73M2 hintereinander abgeschossen.
„WKP Kobra, hier Tigr eins-eins. MiG-29 abgeschossen“, meldete er und fügte dann mit bedrückter Stimme hinzu: „Rottenstärke minus eins.“ |
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