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Josephine
Anmeldedatum: 18.07.2007 Beiträge: 2

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Verfasst am: 18.07.2007, 15:25 Titel: dedowschtschina und russische Streitkräfte |
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Hallo !
Ich schreibe gerade meine Abschlussarbeit zu den innermilitärischen Rangverhältnissen – kurz zur dedowschtschina – in Russland. Da ich gesehen oder besser gelesen habe, dass Ihr Euch auch mal damit auseinandergesetzt habt, hab ich ein paar Fragen an Euch! Vielleicht könnt Ihr mir weiterhelfen oder Tipps geben, wie ich an Informationen gelange…
1. Gibt es den Wehrunterricht, so wie in Putin einführen wollte, bereist schon als Schulpflichtfach? Wenn ja, wird er an jeder Schule unterrichtet? In welchen Klassen wird er denn unterrichtet und wie läuft der Unterricht ab?
2. Gibt es so etwas wie ein Pendant zum Bundeskriminalamt in Russland. Ich brauche Statistiken zu Todesraten (wieviele Personen kommen durch Mord und Totschlag um, Opfer von Vergewaltigung und sexuelle Nötigung, von Raubdelikten und gefährlicher und schwerer Körperverletzung)
3. Seit dem Zusammenbruch der SU gab es keine grundlegende Militärreform. Im Zuge der Transformationsprozesse wurde zwar der Militärhaushalt extrem geschröpft, das Personal verringert, jedoch gibt es nach wie vor keine zivile Kontrolle über das Militär. Versuche von radikalen Militärreformen stoßen deshalb noch immer auf Widerstand in den Reihen der Militärführung, die noch immer hartnäckig an den alten Vorstellungen der Armee als sowjetisches Staatssymbol festhält.
Wie ist es möglich, dass man gegen die alten Herren nichts machen kann? Wieso lässt man das Militär weiter so dominieren? Welche Möglichkeiten verspricht man sich von der alten Militärführungsriege? Warum ist das Verteidigungsministerium noch nicht in ein zivil geführtes Ministerium umgewandelt wurden? Unterhält das Militär noch immer eine ressorteigene Rechtsbehörde, die parallel zur Rechtssprechung des Justizwesens der Russischen Föderation existiert? Verfügt die eigenständige Militärgerichtsbarkeit über eigene Vollzugsanstalten?
Ich bin Euch dankbar, wenn Ihr Euch zu meinen Fragen äußern könnt ! Jede Anregung hilft mir weiter!
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S1lv3R
Anmeldedatum: 01.08.2004 Beiträge: 979 Wohnort: DE, Kiel

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Verfasst am: 19.07.2007, 17:16 Titel: Re: dedowschtschina und russische Streitkräfte |
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| Josephine hat Folgendes geschrieben: | Hallo !
Ich schreibe gerade meine Abschlussarbeit zu den innermilitärischen Rangverhältnissen – kurz zur dedowschtschina – in Russland. Da ich gesehen oder besser gelesen habe, dass Ihr Euch auch mal damit auseinandergesetzt habt, hab ich ein paar Fragen an Euch! Vielleicht könnt Ihr mir weiterhelfen oder Tipps geben, wie ich an Informationen gelange… |
Hallo,
hoffentlich kann ich dir ein bisschen weiter helfen, wobei viele deiner Fragen aber auch nicht unbedingt in mein Fachgebiet fallen, zumindest zum Thema der Militärreform und der Militärgerichtsbarkeit kann ich dir mit ein paar nützlichen Quellen weiterhelfen.
| Zitat: | | 1. Gibt es den Wehrunterricht, so wie in Putin einführen wollte, bereist schon als Schulpflichtfach? Wenn ja, wird er an jeder Schule unterrichtet? In welchen Klassen wird er denn unterrichtet und wie läuft der Unterricht ab? |
Also ich erinner mich, dass dieses Gesetz um 2003 groß in der internationalen Presse war; Putin hatte es in die Duma eingebracht und dort wurde es auch mit großer Mehrheit in der ersten Sitzung bestätigt, aber ob es noch aktuell ist?
Putin und auch schon seine Vorgänger, predigten ja schon seit Jahren die Konversation zur Berufsarmee, aber wenn man die Wehrpflicht wirklich abschaffen wollte, warum sollte man dann Wehrunterricht zum Pflichtfach in den Klassen machen?
Ich bin da ehrlich gesagt überfragt und besitze keinerlei Informationen zum weiteren Verlauf dieser Gesetzesvorlage, allerdings erscheint mir das doch sehr widersinnig - ich persönlich gehe nicht davon aus, dass es wirklich Anwendung in den russischen Schulen findet.
Der Ablauf wird sich wohl kaum von dem der Sowjetzeiten unterscheiden, ich habe dir dazu noch einmal eine 275 Seiten lange Dissertation von Michael Koch im PDF-Format hochgeladen, besonders die Seiten ab 148 folgend (Kapitel 4.1.3) sollten für dich von Interesse sein.
| Zitat: | | 2.Gibt es so etwas wie ein Pendant zum Bundeskriminalamt in Russland. Ich brauche Statistiken zu Todesraten (wieviele Personen kommen durch Mord und Totschlag um, Opfer von Vergewaltigung und sexuelle Nötigung, von Raubdelikten und gefährlicher und schwerer Körperverletzung) |
Schwieriges Thema, so etwas wird kaum für die breite Öffentlichkeit veröffentlicht und ist zudem nicht immer zuverlässig.
| Zitat: | | ...the statistics reflect not the level of crime in the country, but the level at which the state and society counter crime. |
Russian Crime Statistics Manipulation
Solche und ähnliche Meldungen finden sich viele, man kann sich auf staatlich veröffentlichte Statistiken nicht wirklich verlassen.
Ausführliche Statistiken habe ich also auch nicht auffinden können.
Habe dir trotzdem mal ein PDF, was insbesondere durch den Vergleich mit den anderen europäischen Staaten interessant sein könnte hochgeladen. Zusätzlich ist dir vielleicht auch noch dieser Link hilfreich,
'Russia's insane crime rate'
Nicht permanent Online und deswegen Zitiert folgender Text:
| Zitat: | Moscow's 1995 statistics included 93,560 crimes, of which 18,500 were white-collar crimes--an increase of 8.3 percent over 1994. Among white-collar crimes, swindling increased 67.2 percent, and extortion 37.5 percent, in 1995. Among the conventional crimes reported, murder and attempted murder increased 1.5 percent, rape 6.5 percent, burglaries 6.6 percent, burglaries accompanied by violence 20.8 percent, and serious crimes by teenagers 2.2 percent. The rate of crime-solving by the Moscow militia (police) rose in 1995 from 57.7 percent to 64.9 percent, but that statistic was bolstered substantially by success in solving minor crimes; the projected rate of solving burglaries was 18.8 percent, of murders 42.2 percent, and of crimes involving use of a firearm, 31.4 percent. Moscow and St. Petersburg were the centers of automobile theft, which increased dramatically through the first half of the 1990s. In Moscow an estimated fifty cars were stolen per day, with the estimated yearly total for Russia between 100,000 and 150,000. In the first quarter of 1994, Russia averaged eighty-four murders a day. Many of those crimes were contract killings attributed to criminal organizations. In 1994 murder victims included three deputies of the State Duma, one journalist, a priest, the head of a union, several local officials, and more than thirty businesspeople and bankers. Most of those crimes went unsolved.
The 1995 national crime total exceeded 1.3 million, including 30,600 murders. Crime experts predicted that the murder total would reach 50,000 in 1996. In 1995 some 248 regular militia officers were killed in the line of duty.
Confiscation of firearms, possession of which has been identified as another grave social problem, increased substantially in 1995, according to the Moscow militia's Regional Organized Crime Directorate. About 3 million firearms were registered in 1995, but the number of unregistered guns was assumed to far exceed that figure. Military weapons are stolen frequently and sold to gangsters; in 1993 nearly 60,000 cases of such theft were reported, involving machine guns, hand grenades, and explosives, among other weapons (see Crime in the Military, ch. 9). The ready availability of firearms has made the work of the poorly armed militia more dangerous.
Organized Crime
By early 1994, crime was second only to the national economy as a domestic issue in Russia. In January 1994, a report prepared for President Yeltsin by the Analytical Center for Social and Economic Policies was published in the national daily newspaper Izvestiya . According to the center, between 70 and 80 percent of private enterprises and commercial banks were forced to pay protection fees to criminal organizations, which in Russia received the generic label mafiya . Unlike organized crime in other countries, which controls only such criminal activities as drug trafficking and gambling, and specific types of legitimate enterprise such as municipal trash collection, the Russian crime organizations have gained strong influence in a wide variety of economic activities. In addition, beginning with the collapse of the Soviet Union and the weakening of border controls, Russia has been drawn into the network of international organized crime. In this way, Russia has become a major conduit for the movement of drugs, contraband, and laundered money between Europe and Asia. In 1995 an estimated 150 criminal organizations with transnational links were operating in Russia.
Among the main targets of organized crime are businesses and banks in Russia's newly privatized economy and foreigners--both individual and corporate--in possession of luxury goods or the hard currency (see Glossary) to purchase them. Many of Russia's mafiya figures began their "careers" in the black market during the communist era. They are now able to operate overtly and are increasingly brazen. Many current and former government officials and businesspeople have been identified as belonging to the mafiya network.
The 1994 report to the president described collusion between criminal gangs and local law enforcement officials, which made controlling crime especially difficult. The enforcement problem, which became acute in 1993, was exacerbated by overtaxation, confusing regulations, and the absence of an effective judicial system. By 1993 criminal groups had moved into commercial ventures, using racketeering, kidnapping, and murder to intimidate competition. In 1994 an MVD official estimated that there were 5,700 criminal gangs in Russia, with a membership of approximately 100,000.
In March 1995, Vladislav List'ev, a prominent television journalist, was assassinated. List'ev had been a supporter of efforts to stop corruption in state television, where large amounts of advertising revenues were being extorted by organized crime. A Russian news agency reported that, between 1992 and mid-1995, there had been eighty-three attempts--forty-six of which were successful--to kill bankers and businesspeople. In 1996 contract killings remained a regular occurrence, especially in Moscow.
Data as of July 1996 |
| Zitat: | 3.Seit dem Zusammenbruch der SU gab es keine grundlegende Militärreform. Im Zuge der Transformationsprozesse wurde zwar der Militärhaushalt extrem geschröpft, das Personal verringert, jedoch gibt es nach wie vor keine zivile Kontrolle über das Militär. Versuche von radikalen Militärreformen stoßen deshalb noch immer auf Widerstand in den Reihen der Militärführung, die noch immer hartnäckig an den alten Vorstellungen der Armee als sowjetisches Staatssymbol festhält.
Wie ist es möglich, dass man gegen die alten Herren nichts machen kann? Wieso lässt man das Militär weiter so dominieren? Welche Möglichkeiten verspricht man sich von der alten Militärführungsriege? Warum ist das Verteidigungsministerium noch nicht in ein zivil geführtes Ministerium umgewandelt wurden? |
Wieso, der Oberbefehl über die Streitkräfte liegt doch beim demokratisch gewählten Präsidenten, ist das denn nicht demokratisch genug? - Scherz beiseite. Putin hat schliesslich selber einen starken militärischen Hintergrund und hat aus dieser Ecke auch viel Unterstützung erhalten, ohne die, wie einige behaupten, seine Präsidentschaft nicht zustande gekommen wäre.
Wenn du dich mal ausführlich zur Misere rund um die russische Rüstungsreform informieren willst empfehle ich dir 'Von der Katjuscha zur Kursk. Die russische Rüstung' von Frank Preiß, dort wird ab Seite 215 ausführlich auf diese Problematik eingegangen. Um es kurz zu machen gibt der Autor (wie Putin auch) dem Generalstab, vorallem
Anatoli Kwaschnin (der inzwischen entlassen wurde) die Schuld.
Das Berliner Informationszentrum für Transatlantische Sicherheit hat zu diesem Thema auch noch einen lesenswerten Artikel online, 'Russland: Armeereform im Schneckentempo' , gerne verweise ich auch noch auf den Artikel 'RUSSIAN MILITARY REFORM: TEN YEARS OF FAILURE' bei der Federation of American Scientists, der dir weiter helfen könnte. Zudem habe ich noch ein PDF von Lt Col Kris Beasley zum Thema hinzugefügt, welches eine detaillierte Analyse zum Verlauf der Reformen über 96 Seiten enthält - es gibt wirklich noch Tonnen von Material über dieses Thema, aber ich weiss ja nicht wie tief du dich in dieses Thema einlesen willst, da du ja nicht erwähnst hast um was für eine Art von Abschlussarbeit es sich handelt und wie du die Arbeit aufbaust, auf jedenfall gehört in eine allgemeine Arbeit zur Dedowschtschina natürlich auch die verschleppte Militärreform.
| Zitat: | | Unterhält das Militär noch immer eine ressorteigene Rechtsbehörde, die parallel zur Rechtssprechung des Justizwesens der Russischen Föderation existiert? |
Ja, allerdings ist das noch etwas komplizierter, die 'Hauptverwaltung zur Überwachung der Einhaltung der Gesetze in den Streitkräften' untersteht eigentlich dem Verteidigungsministerium, die ~700 beschäftigten Richter sind förmlich Soldaten schulden ihrem militärischen Dienstherren aber keine Rechenschaft, sondern sind dem Justizministerium unterstellt, das höchste Militärgericht liegt zudem auch beim Obersten Gerichtshof Russlands. Die Militärstaatsanwaltschaft ist ein teil der Generalstaatsanwaltschaft. Wenn du dich zu diesem Thema weiter informieren willst, das Englische dürfte ja keine Hürde für dich darstellen, empfehle ich dir herzlichst folgenden (sehr ausführlichen) Artikel von Gennady Zolotukhin (Generalleutnant (Lieutenant General) der russischen Streitkräfte und Kommandeur der Militärgerichtsbarkeit (Chief of Legal Service)) zu diesem Thema, die 20 Seiten lange Abhandlung erfasst kurz und knapp eigentlich alles wissenswerte rund um die russischen Militärgerichte.
Hoffe ich konnte dir bereits ein bisschen weiterhelfen.
Solltest du noch irgendwelche Rückfragen zu den von mir verlinkten Informationen haben kannst du gerne noch einmal nachfragen.
Ich würde mich auch sehr freuen wenn du das Endergebniss (selbstredend nach der Bewertung) hier veröffentlichen würdest.
| Beschreibung: |
Der Wehrunterricht in den Ländern des Warschauer Paktes Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades doctor philosophiae (Dr. phil.) vorgelegt dem Rat der Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena |
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 Download |
| Dateiname: |
wehrunterricht.pdf |
| Dateigröße: |
1.61 MB |
| Heruntergeladen: |
99 mal |
| Beschreibung: |
International comparisons of criminal justice statistics 2001 by Gordon Barclay & Cynthia Tavares with Sally Kenny, Arsalaan Siddique & Emma Wilby Issue 12/03 24 October 2003 |
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 Download |
| Dateiname: |
criminal_justice_statistics_2001.pdf |
| Dateigröße: |
326.35 KB |
| Heruntergeladen: |
74 mal |
| Beschreibung: |
RUSSIAN MILITARY REFORM FROM PERESTROIKA TO PUTIN: IMPLICATIONS FOR U.S. POLICY By Kris D. Beasley, Lt Col, USAF A Research Report Submitted to Air Force Fellows, CADRE/AR In Partial Fulfillment of the Graduation Requirements Advisor: Colonel Anthony Cain |
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 Download |
| Dateiname: |
DOD_RUSSIAN_MILITARY_REFORM.pdf |
| Dateigröße: |
836.26 KB |
| Heruntergeladen: |
133 mal |
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Thomas

Anmeldedatum: 01.10.2003 Beiträge: 1293 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 21.07.2007, 01:55 Titel: |
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Respekt Silver, da hast du ja einiges vorgelegt!
Ich selbst kenne mich mit dem Thema leider nicht aus, mich wundert nur die Frage nach der Zivilität des Verteidigungsministeriums. Warum soll der Minister denn kein Zivilist sein? Dem neuen Minister (Krjutschkow? der Name ist mir jetzt entfallen), der Iwanow ersetzt hat, wird im Gegenteil unterstellt, zu wenig Fachwissen zu haben, da er in seiner Vergangenheit nie wirklich mit dem Militär zu tun hatte. Sicher gibt es in der Führung viele Militärs, aber ist das nicht normal?
Was Statistiken über die Todesfälle in der Armee angeht: die "Soldatenmütter" führen solche, wenn man den offiziellen nicht glauben will. Ich habe auch vor nicht allzu langer Zeit erst etwas darüber gelesen, weiß nur leider nicht mehr wo.
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S1lv3R
Anmeldedatum: 01.08.2004 Beiträge: 979 Wohnort: DE, Kiel

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Verfasst am: 21.07.2007, 12:13 Titel: |
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| Thomas hat Folgendes geschrieben: | Respekt Silver, da hast du ja einiges vorgelegt!
Ich selbst kenne mich mit dem Thema leider nicht aus, mich wundert nur die Frage nach der Zivilität des Verteidigungsministeriums. Warum soll der Minister denn kein Zivilist sein? Dem neuen Minister (Krjutschkow? der Name ist mir jetzt entfallen), der Iwanow ersetzt hat, wird im Gegenteil unterstellt, zu wenig Fachwissen zu haben, da er in seiner Vergangenheit nie wirklich mit dem Militär zu tun hatte. Sicher gibt es in der Führung viele Militärs, aber ist das nicht normal?
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Die Frage hatte ich mir auch gestellt.
Serdyukov (Link) heißt der neue übrigens. Krjutschkow war von 67 an Vorsitzender des KGB bis er am Augustputsch mitgewirkt hat. Einen ressortfremden Verteidigungsminister zu nehmen ist aber eigentlich auch ein guter Schachzug um den Reformen wieder Schwung zu verleihen, wahrscheinlich ist es Putin eher darauf angekommen, die Kritik an mangelnden Fachwissen ist eher vorgeschoben, schliesslich hat Jung ja bis auf den Grundwehrdienst auch keine militärische Erfahrung, aber das macht ihn ja nicht zu einem schlechteren Verteidigungsminister.
Ich denke eher, dass es um die förmliche Zugehörigkeit der Mitarbeiter des Verteidigungsministerium geht, in Deutschland sind sie ja größtenteils zivile Angestellte bzw verbeamtete Bedienstete (?) während in Russland alle Mitarbeiter Soldaten sind, die dann ja wieder dem Generalstab unterstehen und nur indirekt dem Präsidenten.
Wenn es darum aber auch nicht geht müsste Josephine mal erläutern, warum sie glaubt, dass ein ziviles Ministerium Vorteile hat.
_________________ "Rule 1, on page 1 of the book of war, is: "Do not march on Moscow"
- Bernard Law Montgomery
"Das Geheimnis der Politik? Ein guter Vertrag mit Russland."
- Otto von Bismarck |
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Josephine
Anmeldedatum: 18.07.2007 Beiträge: 2

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Verfasst am: 24.07.2007, 01:18 Titel: |
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| Ja, das stimmt der neue Verteidigungsminister heisst Anatoli Serdjukow und hat, genauso wie Iwanow keinen militärischen Hintergrund vorzuweisen. Die vorherigen Verteidigungsminister waren jedoch alle keine Zivilisten!!! Auch habe ich über das angeblich fehlende Fachwissen gelesen. Ob die Vorwürfe begründet sind, kann ich nicht sagen. Ich denke aber schon, dass es ganz gut ist, die militärische Riege mit ihrer kommunistischen Erziehung mal ein wenig aufzufrischen und einen Zivilisten aufzunehmen, dem nicht so die politischen Ideale zu Sowjetzeiten eingebläut wurden. Und dass es aber für die Militärführung auch viel schwieriger und ungewohnter ist, da ja grundsätzlich immer alle Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums Offiziersgrade führten, liegt nahe.
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