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Akula 941

Anmeldedatum: 29.07.2007 Beiträge: 118

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Verfasst am: 20.06.2009, 20:06 Titel: RPKSN Jurij Dolgorukij |
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So, ich war lange nicht online, da ich leider kaum Zeit hatte.
Will euch allerdings jetzt mal die Jurij Dolgorukij vorstellen, die vor zwei Tagen endlich zu ersten Testfahrten im Weißen Meer ausgelaufen ist.
Die Aufnahme in die Bestandsliste der WMF erfolgte am 19. August 1995. Auf Befehl des Oberkommandos der WMF wurde dem neuen U-Kreuzer am 01. Mai 1996 der Name Jurij Dolgorukij verliehen. Am 02. November 1996 verschweißten die Schiffbauer in der Bauhalle von Sewmash in Sewerodwinsk die ersten Sektionen. Aufgrund von Stahlmangel und Finanzkürzungen kam der Bau aber schon 1998 zum Erliegen. Der bisherige Hauptlieferant Azovstal befindet sich seit dem Zerfall der Sowjetunion in der Ukraine, und das Verteidigungsministerium hatte kein Geld, dort den nunmehr sehr teuren Stahl zu kaufen. Dass die Jurij Dolgorukij schließlich doch gebaut wurde, ist vor allem auch dem Improvisationstalent der Werft zu verdanken, deren Direktor vorschlug, schon vorhandene Produktionsvorräte zu nutzen. Damit meinte er allerdings keinen Rohstahl, sondern fertige Rumpfsektionen für bereits begonnene U-Boote anderer Klassen vorhergehender Generationen, deren Bau Sewmash wegen der Finanzprobleme ebenfalls eingestellt hatte. So ungewöhnlich und abwegig dieser Vorschlag auch anmuten mag, er wurde tatsächlich realisiert. Die Jurij Dolgorukij bekam die komplette Bug- und Hecksektion des begonnenen, dann aber wegen Geldmangel nicht weitergebauten U-Bootes K-337 Kugar (Projekt 971M). Auch fertige Rumpfsektionen des unfertigen U-Bootes K-135 Wolgograd (Projekt 949A) fanden Verwendung, vermutlich für die Raketensektion. Durch die Verwendung von Rumpfsegmenten der anderen Unterseeboote mussten die Pläne für das gesamte Projekt 955 überarbeitet werden. Das Schiff musste zunächst wieder komplett abgerüstet und vom Kiel an neu aufgebaut werden.
Mit dem Herausziehen aus der Bauhalle in ein Trockendock wurde am 15. April 2007 der Stapellauf vollzogen. Seitdem erfolgt die Ausrüstung. Am 20. November 2008 wurde erstmals der Reaktor aktiviert.
Die WMF kündigte an, die Jurij Dolgorukij solle noch im Sommer 2009 erste Probefahrten abhalten. Die Übergabe an die WMF könnte sich allerdings verzögern, da es mit dem Raketenkomplex Bulawa anhaltende technische Probleme gibt. Inoffizielle Pläne prüfen die Möglichkeit, das Schiff mit dem Raketenkomplex Sinewa mit der Rakete R-29RMU2 auszustatten, bis die Probleme mit der Bulawa behoben sind.
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S1lv3R
Anmeldedatum: 01.08.2004 Beiträge: 979 Wohnort: DE, Kiel

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Verfasst am: 20.06.2009, 21:20 Titel: Re: RPKSN Jurij Dolgorukij |
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| Akula 941 hat Folgendes geschrieben: | | So, ich war lange nicht online, da ich leider kaum Zeit hatte. |
Schön, dass du dich mal wieder gemeldet hast.
| Akula 941 hat Folgendes geschrieben: | | Die WMF kündigte an, die Jurij Dolgorukij solle noch im Sommer 2009 erste Probefahrten abhalten. Die Übergabe an die WMF könnte sich allerdings verzögern, da es mit dem Raketenkomplex Bulawa anhaltende technische Probleme gibt. Inoffizielle Pläne prüfen die Möglichkeit, das Schiff mit dem Raketenkomplex Sinewa mit der Rakete R-29RMU2 auszustatten, bis die Probleme mit der Bulawa behoben sind. |
Danke für die Infos. Die Juri Dolgorukij ist sicherlich (wie auch alle noch kommenden Schiffe des Projektes) eine Bereicherung für die strategischen Fähigkeiten der Russen. Gerade in Hinsicht auf die amerikanischen Raketen-Abwehrsysteme.
Allerdings könnten die Probleme mit der Bulawa wirklich die strategische Schlagkraft der russichen Marine in den nächsten Jahren ernsthaft beeinträchtigen. Das Problem mit der Sinewa ist ja, dass sie ein anderes Abschusskonzept besitzt. Die Bulawa startet aus einem trockenen Abschussrohr, Sinewa startet hingegegen aus einem gefluteten Abschussrohr - die Modifikation wird auf jedenfall möglich sein, aber bestimmt nicht ganz simpel.
Die Bulawa hat gegenüber der Sinewa (die mehr Nutzlast und auch eine wesentliche höhere Reichweite hat) nur den Vorteil, dass sie eine wesentlich kürzere Beschleunigungszeit hat. Ist die Frage welche Rakete als Antwort der amerikanischen Raketenabwehr besser geeignet ist?
Hier eine kurze Auflistung zu den bisherigen Teststarts der Bulawa:
1. 11.12.2003 Ausstoßtest einer Raketenattrappe.
2. 23.09.2004 Ausstoßtest
3. 27.09.2005 Erster Flugtest. Abschuss von einem aufgetauchten U-Boot. Fehlschlag in der 3. Stufe.
4. 21.12.2005 Erster Abschuss aus einem getauchten Boot.
5. 07.092006 Abschuss aus einem getauchten Boot. Fehlfunktion in der ersten Stufe kurz nach dem Ausstoß.
6. 25.10.2006 Abschuss aus einem getauchten Boot. Fehlfunktion in der ersten Stufe.
7. 25.12.2006 Abschuss aus einem aufgetauchten Boot. Probleme mit der 3. Stufe.
8. 28.06.2007 Erfolgreicher Abschuss, unbestätigte Probleme mit einem der Sprengköpfe.
9. 18.09.2008 Abschuss aus getauchtem Boot um 18:45, Einschlag der Sprengköpfe um 19:05.
10. 28.11.2008 Abschuss aus einem getauchten Boot.
11. 23.12.2008 Abschuss aus einem getauchten Boot. Fehlfunktion beim Absprengen der 3. Stufe, Sprengung durch auslösen der Selbstzerstörung.
_________________ "Rule 1, on page 1 of the book of war, is: "Do not march on Moscow"
- Bernard Law Montgomery
"Das Geheimnis der Politik? Ein guter Vertrag mit Russland."
- Otto von Bismarck |
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Akula 941

Anmeldedatum: 29.07.2007 Beiträge: 118

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Verfasst am: 20.06.2009, 21:25 Titel: Re: RPKSN Jurij Dolgorukij |
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| S1lv3R hat Folgendes geschrieben: | | Die Bulawa startet aus einem trockenen Abschussrohr, Sinewa startet hingegegen aus einem gefluteten Abschussrohr - die Modifikation wird auf jedenfall möglich sein, aber bestimmt nicht ganz simpel. |
Nein, die Silos der 955er sind auch flutbar. Man muss nur die Feuerleitsysteme und Aufhängungen an die Sinewa anpassen, die Größe ist dieselbe wie die der Bulawa. |
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S1lv3R
Anmeldedatum: 01.08.2004 Beiträge: 979 Wohnort: DE, Kiel

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Verfasst am: 20.06.2009, 21:40 Titel: Re: RPKSN Jurij Dolgorukij |
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| Akula 941 hat Folgendes geschrieben: | | Nein, die Silos der 955er sind auch flutbar. Man muss nur die Feuerleitsysteme und Aufhängungen an die Sinewa anpassen, die Größe ist dieselbe wie die der Bulawa. |
Ah ok, das mit der Größe hatte ich auch gelesen. Irgendwo stand nur, dass das SRC Makejew im Moment daran arbeitet die Sinewa so zu modifizieren, dass sie aus einem trockenen Abschussrohr startet.
Weiss nicht mehr wo ich es gelesen habe, aber hier steht es definitiv auch.
| Zitat: |
Dabei hat das Makejew-Konstrukteursbüro eine Alternative für die Bulawa: Die R-29RMU Sinewa, eine modernisierte Rakete aus der R-29-Serie. [...] Ein größeres Hindernis sind die Unterschiede beim Start. Die Bulawa startet aus einem trockenen Schacht durch eine Beschleunigungsvorrichtung, doch vor dem Start der Sinewa müssen die Schachts mit Wasser aufgefüllt werden, und die Rakete setzt sich mit ihrem Marschtriebwerk in Bewegung. Doch auch dieses Problem ist lösbar: Einige Quellen geben an, dass das Makejew-Konstrukteursbüro eine modifizierte Sinewa für den Trockenstart entwickelt habe.
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Quelle: RIA Novosti (ist sicher nicht die beste Quelle für sowas, wenn du es besser weisst, glaube ich es gerne ...) _________________ "Rule 1, on page 1 of the book of war, is: "Do not march on Moscow"
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Akula 941

Anmeldedatum: 29.07.2007 Beiträge: 118

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Verfasst am: 21.06.2009, 09:45 Titel: |
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Du kannst mir auch glauben, wenn ich dir sage, das die Bulawa eigentlich sinnlos ist. Die Sinewa hat sich in den letzten 15 Jahren bewährt, sicher ist da noch Potenzial. Nutzlast und Reichweite hin oder her ...
1. ist bei beiden die Reichweite ausreichend
2. wenn die irgendwo mit in der Barentssee oder im Ochotskischen Meer abgefeuert werden, ist das jenseits von allen ABM-Systemen, da kann NORAD nur noch zugucken.
Die Bulawa ist nur wieder dieses typisch russische "Schaut-mal-was-wir-können"-Ding. Man bläst ein paar Milliarden Euro in ein Raketenprogramm, das eigentlich unnötig ist, weils einfacher und billiger mit dem selben Ergebnis auch gehen würde. Das die Delta III bis 2015 und die Delta IV bis 2025 ersetzt werden müssen ist klar, insofern ist ein neues Trägermittel nötig.
Andererseits hat der Sinewa-Komplex noch eine ganze Menge Potenzial, das man kostengüntig nutzen sollte, anstatt sich in ein Abenteuer zu stürzen. Das gesparte Geld könnte man sicher für bessere Dinger verwenden.
Vor allem, da die Briten und die Amis seit jeher nur die Trident immer weiter modernisieren und die Ohio-Klasse noch bis 2030 dienen soll. |
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