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Roter_Oktober
Anmeldedatum: 01.02.2004 Beiträge: 475
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Verfasst am: 09.07.2004, 19:01 Titel: Stabilität nach Breschnjew's Tod |
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Das nach Breschnjew's Tod in 28 Monaten drei mal der Inhaber des höchsten Amtes wechselte, waren keine günstige Vorraussetzungen für Stabilität und neue Konzeptionen der Politîk.
Was denkt ihr wäre anders geworden wenn wieder jemand an die Macht gekommen wäre wie z.B Chruschtschow? _________________ Kampf dem Kapitalismus |
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Thomas

Anmeldedatum: 01.10.2003 Beiträge: 1293 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 10.07.2004, 17:53 Titel: Re: Stabilität nach Breschnjew's Tod |
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Also erstmal finde ich nicht, dass die drei Amtswechsel zu Instabilität geführt haben. Andropow und Tschernenko haben ja im Wesentlichen alles beim Alten belassen, ich denke dass man als Bürger kaum was davon mitbekommen hat, dass nicht mer Breshnew am Ruder war. Andropow hat zwar etwas die Korruption und Vetternwirtschaft in der Parteiführung bekämpft, was dort zugegebenermaßen etwas zu Unruhe geführt hat, aber insgesamt gesehen hat er nichts Weltbewegendes getan. Reformgedanken hatte er nur ansatzweise.
Und Tschernenko war als Mitglied des Breshnew-Clans sowieso konservativ und sah keinen Anlass zu grundlegenden Veränderungen. Die Instabilität kam - glaube ich - erst mit Gorbatschow.
Dass sich etwas ändern musste, war Mitte der 80er eigentlich klar, weil die Stagnation unübersehbar war. Die Thematik ist ja hinreichend bekannt.
Es heißt in der Literatur über die Zeit oft, die einzige Alternative zu Gorbatschows Politik wäre eine Beibehaltung des alten Kurses um jeden Preis gewesen, verbunden mit einer starken Unterdrückung aller politischen Gegner, Verstärkung des Gheimdienstes usw. gewesen. Also insgesamt eine Orientierung am Stalinismus.
Dass das wirklich die einzige Alternative war, glaube ich eigentlich nicht. Eine andere Person an der Spitze der Partei hätte versuchen können, die Korruption und Verfilzung in Partei und Behörden mit Stumpf und Stiel auszumerzen. Das hätte sicherlich das Ansehen der Regierung beim Volk erhöht und es wäre nicht zu so starken Protesten gekommen. Der zweite Aspekt, der sich unbedingt verbessern musste, war der Wohlstand der Bürger. Ohne eine Marktwirtschaft einzuführen, hätte man den Prozess der Planung verbessern müssen und sich mehr nach Nachfrage und Qualität richten müssen.
Die Ausgaben für das Militär hätten drastisch reduziert werden können und das Geld hätte dafür in die Konsumgüterproduktion gesteckt werden können. Schließlich bringt es einem ja nichts, wenn man die Welt 10mal zerstören kann, einmal reicht auch, um das Gleichgewicht der Kräfte zu halten.
Und natürlich hätte die Kontrolle über die Presse sowie die Einschränkung der Meinungsfreiheit usw. aufhören müssen.
Wenn jemand an die macht gekommen wäre, der das berücksichtigt hätte, dann hätte sich die Sowjetunion halten können, denke ich. |
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