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Theorie des staatsmonopolistischen Kapitalismus

 
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Cxislo



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BeitragVerfasst am: 04.02.2005, 21:20    Titel: Theorie des staatsmonopolistischen Kapitalismus

Rudolf Hilferding (1877-1941) entwickelte die (später von Lenin erweiterte) Theorie des staatsmonopolistischen Kapitalismus. Diese Theorie ist besser bekannt unter dem Namen „Stamokap-Theorie“.

Hilferding ging davon aus, dass der Staat als „Reparaturbetrieb des Kapitalismus“ fungiert. Der Staat verteilt Aufträge und Subventionen, um schwachen Großunternehmen zu helfen und somit drohende Arbeitsplatzverluste zu verhindern. Das Geld, welches für die Stützung der Großunternehmen eingesetzt wird, wird vom Volk gezahlt, die Gewinne allerdings von den Unternehmen eingenommen. Die Interessenvertreter des Kapitals sitzen in den Parlamenten und bestimmen so die Politik der Regierung.

Allerdings sind die Banken die wahren Herrscher des Spätkapitalismus, denn deren Finanzkapital bekommt mehr und mehr Macht über das so genannte „produktive“ Kapital, also über die Fabriken, denn die Vertreter der Banken sitzen wiederum in den Aufsichtsräten der Konzerne und bestimmen auf diesem Wege deren Geschäfts- und Finanzpolitik.

Wenn keine profitablen Anlagemöglichkeiten mehr im Inland gefunden werden können, so drängen die Vertreter des Finanzkapitals zum Export des Kapitals ins Ausland.

Der Staat hat dafür Sorge zu tragen, dass sich die anderen Länder „aufnahmebereit“ zeigen, wobei dies notfalls auch durch Krieg gewährleistet werden muss. Diese Art der Politik wird auch „Kanonenboot-Politik“ oder „Wirtschaftsimperialismus“ genannt.
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Thomas



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BeitragVerfasst am: 05.02.2005, 18:29    Titel: Re: Theorie des staatsmonopolistischen Kapitalismus

Die Theorie klingt recht einleuchtend, die meisten Aspekte lassen sich auch in den etablierten kapitalistischen Systemen, z. B. in der BRD, beobachten (Arbeitsplatzverlagerung, Wirtschaftslobbyismus in der Politik, große Einfluss der Banken auf die Wirtschaft z. B. durch die kreditvergabe).

Allerdings möchte ich dazu noch zwei Dinge ansprechen:
1. Der "Spätkapitalismus" scheint sich noch nicht ganz durchgesetzt zu haben, denn die Arbeitsplatzverlagerung ins Ausland wird von der Politik als Problem bezeichnet. Laut Hilferding müsste die vom Kapital gesteuerte Politik aber die Produktionsverlagerung ins kostengünstigere, ärmere Ausland befürworten.
2. Aus kapitalistischer Sicht könnte man auch die Theorie vertreten, dass weltweit mehr soziale Gerechtigkeit geschaffen wird, wenn Kapital in ärmere Länder fließt. Denn dann könnte dort das zusätzliche Kapital zu einem stärkeren Wirtschaftswachstum als in den reicheren Ländern und infolgedessen auch zu steigendem Wohlstand der Bevölkrung führen, der sich langfristig dem Wohlstand der reichen Länder annähern könnte.
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S1lv3R



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BeitragVerfasst am: 17.03.2005, 15:26    Titel: Re: Theorie des staatsmonopolistischen Kapitalismus

Zitat:
Rudolf Hilferding (1877-1941) entwickelte die (später von Lenin erweiterte)

Durch Zufall habe ich grade diesen Thread entdeckt, und habe gleiche eine Beschwerde. Ich erinnerte mich vage daran das Stamokop auf einer Schrift Lenins basierte, in denen er 5 charakteristische Eigenschaften des Monokapitalismus beschreibt. Zudem war ich mir sicher das Lenin selber den Begriff prägte!
Nun habe ich mal nachgeschlagen:
"zunächst jene grundlegenden fünf Merkmale zugrunde liegen, die Lenin in seiner Schrift von 1916 für den Imperialismus insgesamt als charakteristische festgestellt hat."
Wurde die Grundlage der Schrift nun erst von Lenin geschrieben, später von Hilferding entwickelt und dann von Lenin erweitert wobei er den jetzigen Namen prägte?

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